In der Vorbeugung liegt kein Ruhm…

Wenn die Engländer es sagen, klingt es besser (wie so oft): There’s no glory in prevention. Deshalb wird Prävention oft übersehen. Keiner stimmt Lobeshymnen für eine Krise an, die nicht eingetreten ist. Kein Applaus brandet auf, wenn einfach „alles ist gut gegangen“ ist. Schon klar, und irgendwie verständlich.

Aber: Hoffnung ist auch keine Strategie! 

Aussagen wie „Uns wird das nicht passieren …“ oder „Wir haben schon so viele Krisen durchgestanden, wir werden das schon irgendwie schaffen …“ gefährden unnötig die Reputation eines Unternehmens, denn sie beruhigen zwar die Gemüter, halten aber der Realität meist nicht stand.

Vor einer Krise – das ist der richtige Zeitpunkt, um Szenarien zu entwickeln und die richtigen Reaktionen zu testen. Nicht, weil man möchte, dass sie eintreten, sondern weil man die beste Strategie und die besten Abläufe parat haben möchte, wenn etwas schiefgeht und der Druck von außen und innen steigt.

Im Dezember hatte ich ein Fotoshooting mit Christoph Kniel (übrigens ein toller Kerl und ein guter Fotograf) – und während wir uns über meinen Beruf unterhielten, kamen wir auf die Analogie des Feuerlöschers: Man kauft keinen mehr, wenn der Raum schon voller Rauch ist. Man vergleicht keine Modelle, wenn sich die Flammen ausbreiten. Man fängt nicht an, die Bedienungsanleitung zu lesen, wenn das Haus brennt.

Krisenvorsorge und -prävention funktionieren genau so. Pläne, Schulungen und Übungen mögen unnötig erscheinen – bis sie es nicht mehr sind.

Ach ja, und eigentlich geht es auch gar nicht um Ruhm, um Glory. Sondern einfach nur darum, gut vorbereitet in die nächste Krise zu gehen.


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